LandFrauenpower trifft gelebte Inklusion: Ein inspirierender Nachmittag auf dem Auenhof
Bildungsfahrt als Brückenschlag
Am 13. März 2026 wurde der Auenhof in Neulingen-Bauschlott zum Schauplatz einer besonderen Begegnung: Die LandFrauen Dürrn-Neulingen unter der Leitung von Ulrike Ziegler besuchten im Rahmen einer Bildungsfahrt die Einrichtung, um den Dialog zwischen ländlicher Tradition und zukunftsweisenden sozialen Projekten zu vertiefen.
Begrüßt wurden sie von den Frauenbeauftragten Stella Martjan und Nicole Knab, unterstützt durch ihre Vertrauenspersonen Martina Grimm und Martina Ilg.
Solche Zusammenkünfte sind weit mehr als bloße Besichtigungstermine; sie bilden einen essenziellen Baustein der regionalen Vernetzung und des lebenslangen Lernens. In einer Atmosphäre, die von gegenseitiger Wertschätzung und der spürbaren „Landfrauenpower“ geprägt war, wurde schnell deutlich, dass hier Brücken zwischen vermeintlich unterschiedlichen Lebenswelten geschlagen werden.
Der Auenhof als Kompetenzort: Einblick in eine gelebte Vision
Eingebettet in die Bauschlotter Au, am Rande des Naturschutzgebietes Stromberg-Heuchelberg, hat
sich der Auenhof zu einem „Kompetenzort“ entwickelt, der weit mehr als eine reine Betreuungseinrichtung ist. Die Philosophie des Hauses basiert auf der Verbindung des anthroposophischen Menschenbildes mit personzentrierter Haltung. Für die Besucherinnen wurde dieser theoretische Unterbau in der Praxis greifbar: Inklusion bedeutet hier nicht nur Assistenz, sondern die Schaffung eines „Ermöglichungsraums“.
Handwerk, Landwirtschaft und Demeter-Qualität
Auf dem Auenhof leben 32 Menschen im stationären Wohnen und etwa 12 weitere ambulant betreut in der Umgebung. Etwa 80 Menschen arbeiten in den verschiedenen Arbeitsbereichen und ungefähr 18 Menschen werden in der Tagesstruktur betreut.
Es besteht daher großer Bedarf an weiterem Wohnraum, deshalb beginnt nach langer Vorbereitungszeit Mitte des Jahres der Bau des dritten Wohnhauses, das 24 Menschen Wohnraum bietet.
Während des Rundgangs wurde deutlich, dass die Arbeit auf dem Auenhof als sinnstiftendes Element verstanden wird. Die Landfrauen, selbst Expertinnen für regionale Erzeugung und handwerkliche Qualität, zeigten sich besonders beeindruckt von der Professionalität der verschiedenen Bereiche: In der 2024 fertiggestellten neuen Gärtnereihalle wird die Ernte (Kräuter und Gemüse) in konsequenter Demeter-Qualität aufbereitet. Die Produkte werden direkt im integrierten Hofladen vertrieben.
Die Warmküche bereitet täglich rund 120 Portionen frisch zu, wobei ein Großteil der Rohstoffe direkt vom Hof stammt. In der dezentralen Manufaktur entstehen Spezialitäten – ein Paradebeispiel für regionale Wertschöpfung. Der Ziegen- und Schafstall dient nicht nur der landwirtschaftlichen Nutzung, sondern ist zentraler Ort der tiergestützten Interaktion, die Kommunikation auf Augenhöhe ermöglicht. Dass der Auenhof weit vernetzt ist, zeigt auch der Blick über den Kernstandort hinaus: So wird in Göbrichen in Kooperation mit dem Sozialwerk Bethesda eine Wäscherei betrieben, die den regionalen Verbund stärkt.
In lockerer Runde bei Kaffee und Kuchen wichen Berührungsängste schnell dem Dialog. Hier wurde das Konzept der „inversen Inklusion“ lebendig: Der Auenhof öffnet sich als Raum für die gesamte Gemeinde. Auch sportliche Spitzenleistungen wie der Gewinn des „Sepp-Herberger-Awards“ durch die inklusive Fußballmannschaft unterstreichen, dass hier Inklusion gelebt wird.
LandFrauenpower und Auenhof-Spirit – zwei Kräfte, die an diesem Nachmittag eindrucksvoll bewiesen haben, dass eine inklusive und starke Gemeinschaft in Neulingen-Bauschlott keine Vision, sondern gelebte Realität ist.

Gekrönt wurde dies durch die Übergabe einer Spende von 600€ für die Ausstattung des neuen Hauses.

