16. Januar 2026 - Beiträge - Allgemein

Die Unbeugsamen – Rückblick auf einen besonderen Kinobesuch

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Rund 40 Frauen und Männer machten sich auf in das Kommunale Kino Pforzheim und sahen dort auf Initiative des Kreisverbandes der Landfrauen den preisgekrönten Film über Frauen im Parlament der jungen Bundesrepublik. Es war ein Dokumentarfilm in Spielfilmlänge, aber so spannend, interessant und fesselnd, wie man es sich vorher nicht hätte vorstellen können.

Gleichzeitig war er für alle von uns eine Wanderung durch unsere eigene Lebensgeschichte. Je nach Alter konnten wir uns gut erinnern an die Bilder der Männerriegen um Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Heiner Geißler …

Zu Beginn der Republik einzelne Frauen, wie Blumendekoration auf einer Tafel, an der sonst nur Männer („Schwarzröcke“) saßen. Je weiter der Film durch die Jahre ging, wurden die Frauen im Bild zahlreicher, aber die Originalinterviews mit einigen von ihnen machten überdeutlich klar, dass es ein schwerer Kampf für die Frauen war, sich durchzusetzen und ernst genommen zu werden. Frauen wie Hildegard Hamm-Brücher, Rita Süssmuth, Hertha Däubler-Gmelin, Petra Kelly oder Waltraud Schoppe brauchten ein großes Standvermögen, um persönliche und unsachliche Angriffe auszuhalten. Viele Diskussionen im Parlament waren von konservativen Frauenbildern, Frauenfeindlichkeit und offenem Sexismus geprägt.

Was nehmen wir für heute aus diesem Film mit?

Die Erkenntnis, dass volle Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft immer noch nicht erreicht ist und es notwendig ist, sich dafür gesellschaftlich und politisch einzusetzen.

Käte Strobel, eine sozialdemokratische Politikerin, formulierte es so: „Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen könnte.“

Ausgklang fand der Vormittag bei einem Mittagessen im benachbarten Lehners.

Am 7. Februar 2026 gibt es den zweiten Teil, dieses mal ein Blick auf die Gleichstellung der Frauen in der DDR. „Die Unbeugsamen 2 – Guten Morgen, Ihr Schönen“.